Der Ghostwriter (2010)

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Der Ghostwriter packt das zu überarbeitende Manuskript aus

Nachdem der Artikel zum Film Der Ghostwriter hier schon fast 1 Jahr als Entwurf rumliegt, will ich ihn endlich mal fertig stellen. Naja und weil das jetzt so lange her ist, will ich’s kurz halten. Der Ghostwriter ist die Verfilmung des Bestseller Romans Ghost von Robert Harris. Worum geht’s eigentlich?

Ein Ghostwriter soll die Memoiren des ehemaligen britischen Premierministers Adam Lang verfassen. Die Bezahlung ist gut und so macht sich der Ghost auf den Weg zu der Insel, auf der Lang mit Frau und Beratern in einem abgeriegelten Haus am Meer weilt. Dort befindet sich bereits ein Skript, das von seinem Vorgänger verfasst wurde. Dieser kam auf der Insel ums Leben und schon bald verstrickt sich auch der neue Ghostwriter in Ermittlungen und bringt sich so in Lebensgefahr.

via kinowelt.de

Ich habe den Film damals gesehen, kurz nachdem er auf der Berlinale 2010 um den Goldenen Bären kämpfte, letztlich jedoch den Silbernen Bären für die beste Regie bekam. Da hat sich Polanski sicher gefreut, weil er ziemliche Probleme damit hatte, den Film auch ordentlich fertig zu stellen. Diese Probleme, begründet auf den internationalen Haftbefehl, der gegen Polanski ausgeschrieben war, führten auch dazu, dass der Film zu großen Teilen in Deutschland gedreht wurde. Jedenfalls war es gegen Ende Februar 2010, als ich den Film mit Basti gesehen habe und die Konkurrenz war mit Shutter Island ziemlich groß. Der Ghostwriter hatte jedoch eine besondere Atmosphäre, die sicher nicht nur durch die Liebe zum Detail, welche Polanski u.a. auch die Auszeichnungen einbrachte, sondern auch bedingt durch die Settings, im wesentlichen dieses coole Ferienhaus, entstanden ist.

Das Haus am Strand - ein grandioses Setting Design. Das Haus soll übrigens auf Sylt stehen.

Darüber hinaus war die schauspielerische Leistung auch sehr gut. Neben Ewan McGregor, dem Ghostwriter, spielt Pierce Brosnan – und das kann man eigentlich gar nicht glauben – einen sehr überzeugenden Politiker. Aber auch Olivia Williams überzeugt in der Rolle der “armen” und “betrogenen” Ehefrau gleich doppelt. Ja, sie sticht eigentlich durch ihre brilliante Leistung hervor und schafft es gar, die souveräne Darbietung von Kim Cattrall, welche die Beraterin des Premiers spielt, in den Schatten zu stellen.

Alles in allem ist der Film, bedingt durch seine filigrane Umsetzung und die authentisch wirkende Erzählung, mit vielen Parallelen in die aktuelle Politwelt sehr sehenswert. Besonders dann, wenn man Interesse an gut gemachten Polit-Thrillern mit dunklen Verschwörungstheorien hat. Wer einen kleinen Vorgeschmack haben möchte, der kann sich hier bedienen.

Zwei Fragen bleiben aber dennoch offen:

  1. Wo ist die E-Mail hin? E-Mails verschwinden ja nicht einfach so.
  2. Und was macht Ruth Lang am Ende mit dem Telefon?

Werbung mal anders

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Call Of Duty? Klar, kennt doch jeder Spieler… Zocken? Nee, danke. Spätestens seit Modern Warfare 2 hatte ich genug von der Innovationslosigkeit und der ewigen Wiederholung von »realistischen« Kriegszenarien, mal im zweiten Weltkrieg, mal im Irakkrieg und als nächstes dann in der Zukunft?! Nachdem ich schon letzte Woche von Duty Calls gelesen und es heruntergeladen habe, bin ich gerade dazu gekommen es zu spielen. Hat sich gelohnt! Es ist ehrlich gesagt eine sehr geile (Werbe-)Aktion. Das Spiel nimmt die Call Of Duty-Serie auf’s Korn und zwar richtig. Werbeaktion deshalb, weil Duty Calls im Grunde dazu dient, den Shooter Bulletstorm zu promoten. Das ganze sogar ungefährlich, nicht so wie das virale Marketing zu Splinter Cell im Frühjahr 2010.

CoD-Fans werden sich jetzt fragen, was der Witz soll. Ist doch’n cooles Konzept soweit:
(packende Kriegsstory im SP + netter MP) * gutes Gameplaycoole Grafikengine = CoD #X
Die Singleplayer-Story, die man bei Modern Warfare 2 übrigens innerhalb von 4h durchgespielt hat, wenn man sich nicht komplett bescheuert anstellt, ist auch sehr packend und nahezu perfekt inszeniert. Und weil das Konzept so gut funktioniert, dachten sich die Publisher, können wir gleich mal die Preise erhöhen. Viele der Spieler stört das nicht, denn das Ding machte über eine Milliarde Dollar Umsatz. Eine ernste Sache, so ernst, dass es zwischen den Publishern und Entwicklern auch ‘ne Menge Probleme gab und auch immernoch gibt. Der Nachfolger Black Ops ist so gesehen auch ein sehr gutes Spiel, leidet jedoch an den gleichen Krankheiten wie seine 6 Vorgänger und verliert sich in der plakativen Wiederholungen. Übrigens auch einer der wesentlichen Gründe, weshalb ich keine Lust mehr auf yet another first person shooter habe. Achso, Bulletstorm wird ja von EA vertrieben. Da fällt mir ein, dass EA doch letztes Jahr erst mit dem Aufwärmen der Serie Medal of Honor eher baden gegangen ist. So gesehen hätten sie eigentlich noch etwas von den CoD-Machern lernen können. Gehen diese jährlichen Neuauflagen nur mir auf den Zeiger? Ich meine, nur weil im Spiel die digitalen Charaktere nicht zwangsläufig altern, wie die menschlichen Schauspieler im Film – ich denke gerade an Rambo fünf…tausend, mit einem extrem botoxierten Sylvester Stallone – gibt es keine Legitimation dafür, jedes Jahr fast die gleiche Nummer anzubieten und sich im gleichen Atemzug über Raubkopierer oder undankbare Spieler zu beschweren.

Aber wieder zu Duty Calls, denn es endet zur Krönung mit dem Slogan:

PUTTING THE FUN BACK IN THE GUN

Mal sehen, was passiert und ob Bulletstorm Wort hält, Innovationen bietet und letztlich wieder für Spaß sorgt. Auf jeden Fall gefällt mir die Form der Werbung und das liegt nicht zuletzt am Humor von Epic Games.