Werbung mal anders

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Call Of Duty? Klar, kennt doch jeder Spieler… Zocken? Nee, danke. Spätestens seit Modern Warfare 2 hatte ich genug von der Innovationslosigkeit und der ewigen Wiederholung von »realistischen« Kriegszenarien, mal im zweiten Weltkrieg, mal im Irakkrieg und als nächstes dann in der Zukunft?! Nachdem ich schon letzte Woche von Duty Calls gelesen und es heruntergeladen habe, bin ich gerade dazu gekommen es zu spielen. Hat sich gelohnt! Es ist ehrlich gesagt eine sehr geile (Werbe-)Aktion. Das Spiel nimmt die Call Of Duty-Serie auf’s Korn und zwar richtig. Werbeaktion deshalb, weil Duty Calls im Grunde dazu dient, den Shooter Bulletstorm zu promoten. Das ganze sogar ungefährlich, nicht so wie das virale Marketing zu Splinter Cell im Frühjahr 2010.

CoD-Fans werden sich jetzt fragen, was der Witz soll. Ist doch’n cooles Konzept soweit:
(packende Kriegsstory im SP + netter MP) * gutes Gameplaycoole Grafikengine = CoD #X
Die Singleplayer-Story, die man bei Modern Warfare 2 übrigens innerhalb von 4h durchgespielt hat, wenn man sich nicht komplett bescheuert anstellt, ist auch sehr packend und nahezu perfekt inszeniert. Und weil das Konzept so gut funktioniert, dachten sich die Publisher, können wir gleich mal die Preise erhöhen. Viele der Spieler stört das nicht, denn das Ding machte über eine Milliarde Dollar Umsatz. Eine ernste Sache, so ernst, dass es zwischen den Publishern und Entwicklern auch ‘ne Menge Probleme gab und auch immernoch gibt. Der Nachfolger Black Ops ist so gesehen auch ein sehr gutes Spiel, leidet jedoch an den gleichen Krankheiten wie seine 6 Vorgänger und verliert sich in der plakativen Wiederholungen. Übrigens auch einer der wesentlichen Gründe, weshalb ich keine Lust mehr auf yet another first person shooter habe. Achso, Bulletstorm wird ja von EA vertrieben. Da fällt mir ein, dass EA doch letztes Jahr erst mit dem Aufwärmen der Serie Medal of Honor eher baden gegangen ist. So gesehen hätten sie eigentlich noch etwas von den CoD-Machern lernen können. Gehen diese jährlichen Neuauflagen nur mir auf den Zeiger? Ich meine, nur weil im Spiel die digitalen Charaktere nicht zwangsläufig altern, wie die menschlichen Schauspieler im Film – ich denke gerade an Rambo fünf…tausend, mit einem extrem botoxierten Sylvester Stallone – gibt es keine Legitimation dafür, jedes Jahr fast die gleiche Nummer anzubieten und sich im gleichen Atemzug über Raubkopierer oder undankbare Spieler zu beschweren.

Aber wieder zu Duty Calls, denn es endet zur Krönung mit dem Slogan:

PUTTING THE FUN BACK IN THE GUN

Mal sehen, was passiert und ob Bulletstorm Wort hält, Innovationen bietet und letztlich wieder für Spaß sorgt. Auf jeden Fall gefällt mir die Form der Werbung und das liegt nicht zuletzt am Humor von Epic Games.

  • http://blog.yodahome.de yodahome

    Sehr lustiger Film, der ganz nebenbei die Identitätskrise der Spieleindustrie offenbart. Die guckt sich scheinbar zu viel Fehler von der Filmindustrie ab. Das Problem: Wenn man im Kino einen schlechten Film erwischt, kann man das mit Popcorn überbrücken, mit dem Partner knutschen, sich mit Freunden über die schlechten Schauspieler lustig machen. Im Fernsehen kann man umschalten oder sich was zu essen holen. Wenn einen das Spiel nicht fesselt, welches man für viel Geld erworben hat, ist die Toleranz eher niedrig da mit einem Lächeln drüber weg zu gehen. Und während die Filmindustrie mit Neuauflagen oder Fortsetzungen offenbar bisweilen gut und sichere Gewinne ein-fährt, funktioniert das bei Computerspielen imho nur leidlich. Auch weil Coregamer nicht der Mainstream sind. Darüberhinaus hab’ ich die Besessenheit mit Kriegsszenarien eh nie verstanden und im Endeffekt sind alle Spiele nach Project I.G.I. kilometerweit an meiner Wahrnehmungssphäre vorbeigeflogen. Insofern würde ich ein Spiel gut finden, dass diese ganzen etablierten Muster mal gehörig auf die Schippe nimmt.